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CVJM in Zeiten von Corona

Informationen für CVJM-Ortsvereine, HAUpt- und Ehrenamtliche Mitarbeitende sowie Teilnehmende in Berlin und Brandenburg

Handlungsempfehlungen 

 

Das Land Berlin und das Land Brandenburg haben in ihren aktuell gültigen Verordnungen Vorgaben gemacht, wie Angebote und Veranstaltungen in der Kinder- und Jugendarbeit in der momentanen Pandemie-Lage stattfinden dürfen.

Empfehlungen für Angebote und Veranstaltungen in der Berliner Jugend(verbands)arbeit

Stand 4. August 2021

Welche Regeln gelten aktuell für Angebote der Jugend(verbands)arbeit?

Seit dem 4. Juni 2021 sind in Einrichtungen und Projekten der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit (inklusive Jugendbildungsstätten) und der Jugendsozialarbeit wieder Präsenzangebote möglich. Natürlich müssen weiterhin die einrichtungsbezogenen Hygiene- und Schutzkonzepte eingehalten werden.

 

Für Angebote der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit und der Jugendsozialarbeit in den Sommerferien (also bis 8. August 2021) entfällt laut SenBJF-Schreiben vom 23. Juni 2021 die Pflicht, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen. Das gilt im Freien und auch in geschlossenen Räumen. Für Aktivitäten, die drinnen stattfinden, sollen Räume genutzt werden, die groß genug sind, um einen Abstand von 1,5 Meter einhalten zu können und die regelmäßig gelüftet werden können.

 

Weiterhin sind tägliche Anwesenheitslisten (Name, Anschrift, Telefonnummer) zu führen, die 4 Wochen aufbewahrt werden müssen.

 

Bitte beachtet bei euren Angeboten die weiterhin geltende Maskenpflicht an Orten, die ihr möglicherweise besucht, wie bspw. Museen. Auch im ÖPNV gilt weiterhin die Maskenpflicht. Solltet ihr Räume für eure Ferienangebote mieten, gelten die Regeln des Veranstaltungsortes.

 

Weiter gilt laut SenBJF-Schreiben vom 23. Juni 2021:

  • Aushänge zu den Abstands- und Hygieneregeln (Abstand halten, geeignete Händehygiene, Husten- und Niesetikette sowie ausreichende Lüftung beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen) sind gut sichtbar anzubringen.
  • Aktivitäten in Gruppen sollten soweit möglich grundsätzlich im Freien stattfinden.

Mit der Dritten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 15. Juni 2021 hat der Senat die allgemeine Sportausübung im Freien auch wieder vollständig und ohne Einschränkungen zugelassen (§30).


Die Vorgaben für die Durchführung der Ferienreisen im SenBJF-Schreiben vom 1. Juni 21 (siehe unter "Veranstaltungen" und „Testen“) bleiben weiterhin gültig.

Laut der Dritten SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gilt (unter Beachtung der in der Verordnung beschriebenen Hygiene- und Schutzregeln) ab dem 3. Juli 2021 folgendes:

 

  • Es ist möglich, Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen in Innenräumen bzw. 2000 Personen im Freien durchzuführen (§11(2)). Das gilt bspw. auch für Seminare, Gruppenstunden, Gremiensitzungen oder Juleica-Schulungen der Jugendverbände. Abweichungen bezüglich der Personenzahl in Innenräumen sind unter bestimmten Bedingungen möglich (siehe §11(4)).
  • Es ist möglich, „pädagogisch begleitete Außenaktivitäten von Angeboten der Jugendhilfe“ im öffentlichen Raum ohne Begrenzung der Personenzahl durchzuführen (§9(3)). Das gilt bspw. für Gruppenangebote auf öffentlichen Plätzen, in Parks, Forsten u.ä.
  • Es muss eine Anwesenheitsdokumentation gemäß §4(1) über die Treffen (Veranstaltungen) geführt werden (§11(5)). Dafür könnt ihr diese Vorlage nutzen.
  • Bei Veranstaltungen mit mehr als 20 Anwesenden muss entsprechend der speziellen Anforderungen des jeweiligen Angebots ein individuelles Hygienekonzept erstellt werden mit der Zielsetzung, Kontakte durch Mindestabstände und ggf. Beschränkung der Teilnehmendenzahl zu reduzieren, Warteschlangen zu vermeiden, eine ausreichende Durchlüftung zu gewährleisten und die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen (§5(1)). Das Hygienekonzept muss der zuständigen Behörde vorgelegt werden, wenn diese es verlangt (§5).
  • Bei Veranstaltungen in Innenräumen besteht ab 50 Personen Testpflicht, im Freien gilt ab 750 Personen generell Testpflicht (§11(8)). Wie ein negatives Testergebnis nachgewiesen werden muss, ist in §6 geregelt und in diesem FAQ unter „Testen“ erläutert. Von der Testpflicht befreit sind Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr (§6(3)) sowie Geimpfte und Genesene entsprechend §8.
  • Auf Veranstaltungen sind die Bestuhlung und Anordnung der Tische so vorzunehmen, dass zwischen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird oder ein ausreichender Infektionsschutz durch andere Schutzmaßnahmen (nach unserer Interpretation können das medizinische Gesichtsmasken sein) oder Schutzvorrichtungen gewährleistet werden kann (§11(3)). Bei Veranstaltungen mit mehr als 20 zeitgleich Anwesenden ist den Teilnehmer_innen ein fester Platz zuzuweisen, wenn nicht alle Anwesenden negativ getestet sind (§11(3)). Der Mindestabstand von 1,50 m kann unterschritten werden, sofern der Schutz vor Tröpfcheninfektionen und Aerosolen sichergestellt ist oder alle anwesenden Besucherinnen und Besucher negativ getestet sind (§11(3)).
  • Bei Veranstaltungen in Innenräumen besteht für die Teilnehmer_innen Maskenpflicht. Im Freien müssen Teilnehmer_innen eine medizinische Gesichtsmaske tragen, wenn sie sich nicht an ihrem Platz aufhalten. Die Anwesenheit der Teilnehmer_innen ist zu dokumentieren (§11(5)).
    Das Singen im Freien und am Lagerfeuer ist erlaubt. Gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen ist dann erlaubt, wenn die besonderen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen der Senatsverwaltung für Kultur und Europa berücksichtigt werden (§11(7)). 
  • Übernachtungen in Jugendbildungsstätten und anderen Gruppenunterkünften sind erlaubt, Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienerahmenkonzept der Betreiber_innen nach Vorgaben der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Die Bewirtung von beherbergten Personen ist zulässig, ohne dass diese negativ getestet sind (§19(2)). Die Anwesenheit der Gäste ist vom Beherbergungsbetrieb zu dokumentieren (§19(3)). Bezüglich der Abstandsregelungen bei der Bewirtung gilt §18.
  • Bezüglich der Maskenpflicht gilt - neben den bereits dargestellten Regeln bei Veranstaltungen - aktuell u.a. folgendes:
  • Im ÖPNV muss eine FFP2-Maske (bzw. von Kindern zwischen 6 und 14 Jahren eine medizinische Gesichtsmaske) getragen werden (§10 (2)).
    In Einzelhandelsgeschäften aller Art und Malls (§15 (1)), auf Märkten und in Warteschlangen im Freien (§15 (2)) und auf Jahrmärkten und Volksfesten (§16 (2)) besteht die Pflicht, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen.
    Beim Besuch von Kinos, Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser und anderen kulturellen Einrichtungen, in Museen, Galerien und Gedenkstätten sowie Bibliotheken besteht die Pflicht, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen (§29).
Welche Regeln gelten für die Sommerferienangebote?

In den Sommerferien können Angebote der Kinder- und Jugenderholung in Form von Reisen bzw. Fahrten oder Tagesausflügen durchgeführt werden. Das gilt für Einrichtungen der Jugendarbeit, der Jugendverbandsarbeit, der Jugendsozialarbeit und stationäre Einrichtungen der Jugendhilfe gemäß § 27 ff. SGB VIII.

 

Bei Übernachtungen gelten die Hygiene-Regeln des Unterbringungsortes. Diese Regeln müssen vor Planung und Durchführung bei den Betreiber_innen erfragt werden. Vor der Fahrt müssen diese Regeln den Teilnehmer_innen bzw. deren Personensorgeberechtigten zur Kenntnis gegeben werden.

Jugendbildungsstätten können zusätzlich touristische Übernachtungen, insbesondere für Familien, anbieten.

 

Bei der Buchung von Reisen bei Fremdveranstaltern ist auf die Stornierungsbedingungen zu achten. Es sind ausschließlich unvermeidbare Stornierungskosten zuwendungsfähig.

 

Bitte beachtet auch die Regeln zum Testkonzept.

Wohin können Ferienreisen gehen? Welche Verordnungen gelten bei Gruppenfahrten in andere (Bundes)Länder?

Die Zielorte können sowohl in Deutschland als auch in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sein. Dies gilt nicht für Reisen in vom Robert-Koch-Institut Berlin (RKI) bzw. vom Auswärtigen Amt benannte Risikogebiete.

 

Bei Reisen in andere Bundesländer gelten die jeweils dort gültigen Verordnungen. Bei Reisen mit Jugendlichen in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind die individuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für das jeweilige Land bei der Planung und Durchführung strikt zu beachten.

 

Die SenBJF weist in ihrem Schreiben vom 1. Juni 2021 zudem auf folgendes hin: „Vor der Durchführung von Reisen in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist durch die jeweiligen öffentlichen oder freien Träger eine Risikoabwägung durchzuführen und mit den Erziehungsberechtigen zu kommunizieren. Insbesondere bei Reisezielen im Ausland ist in eigener Verantwortung eine genaue Recherche möglicher Beschränkungen bei Ein- und Ausreise sowie während des Aufenthaltes zwingend erforderlich.“

Was ist bei der Erstellung eines Hygienekonzepts zu beachten? Muss es im Vorfeld der Veranstaltung vorgelegt werden?

Bei allen Veranstaltungen mit mehr als 20 Anwesenden muss entsprechend der speziellen Anforderungen des jeweiligen Angebots ein individuelles Schutz- und Hygienekonzept erstellt werden mit der Zielsetzung, Kontakte durch Mindestabstände und ggf. Beschränkung der Teilnehmendenzahl zu reduzieren, Warteschlangen zu vermeiden, eine ausreichende Durchlüftung zu gewährleisten und die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen (§5(1)). Das Hygienekonzept muss der zuständigen Behörde vorgelegt werden, wenn diese es verlangt (§5). Der LJR hat Empfehlungen für ein Hygienekonzept formuliert, die die Berliner Jugendverbände als Vorlage für eigene Hygienekonzepte nutzen können. Bitte beachtet, dass ihr dieses Konzept an die jeweiligen Bedingungen eurer Veranstaltung anpassen müsst.

Was sind die AHA+L-Regeln?

Die AHA+L-Regeln stehen für Abstand halten, Hygiene beachten, im Alltag Maske tragen, regelmäßiges Lüften. 

Welche Ausnahmeregeln gibt es für geimpfte und genesene Personen?

Laut §8 müssen vollständig geimpfte und genesene Personen kein negatives Testergebnis vorweisen, wenn das die Voraussetzung ist, um ein Angebot zu nutzen oder eine Veranstaltung zu besuchen. Sie müssen dann entsprechend nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Weitere besondere Regelungen, die für geimpfte und genesene Personen gelten, sind unter www.berlin.de/corona/massnahmen/abstands-und-hygieneregeln/#ausnahmeverordnung aufgeführt. Dort und unter §8 ist auch erläutert, wann eine Person als vollständig geimpft oder als genesen gilt.

 

Unter anderem gilt für geimpfte und genesene Personen, dass

bei privaten Treffen die erlaubte Personenanzahl überschritten werden kann, geimpfte und genesene Personen werden nicht mitgezählt. Treffen sich ausschließlich geimpfte und genesene Personen privat, gilt keine Obergrenze.
im Rahmen der gemeinsamen Sportausübung Geimpfte und Genese bei der Ermittlung der Personenanzahl nicht mitgezählt werden.


Die Ausnahmeregelungen gelten nicht für Personen mit grippeähnlichen Symptome. Geimpfte und genesene Personen sind weiterhin dazu verpflichtet, sich an alle anderen Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebot zu halten.

Aktuelle Vorgaben für die Jugendarbeit im Land Brandenburg

Für die Arbeit der Jugendverbände, Jugendbildungsstätten und kommunalen Jugendringe ergibt sich aus der aktuellen Verordnung folgendes:

 

Laut § 16 Jugendarbeit  sind Präsenzangebote der Jugendarbeit nach den §§ 11 und 12 des Achten Buches Sozialgesetzbuch für Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr untersagt.  Dies bedeutet, dass Angebote für Gruppen junger Menschen unter 18 Jahre, die in ihrer Freizeit an einem Ort oder in einem Raum/einer Einrichtung zusammenkommen wollen, durchgeführt werden können. Für Personen über 18 Jahre sind Online-Angebote und Einzelberatungen möglich.

 

Präsenz-Angebote zum Zwecke der Bildung, die in Jugendbildungsstätten stattfinden, sind laut § 19 Weitere Bildungs- sowie Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen mit jeweils bis zu fünf Teilnehmer*innen gleichzeitig zulässig. Dabei ist durch die Verantwortlichen die Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln sicherzustellen. Laut § 11 Beherbergung und Tourismus sind Beherbergungen zu touristischen Zwecken untersagt.Für die Jugendverbände/kommunalen Ringe bedeutet das, dass auch Maßnahmen mit Übernachtung in Jugendbildungshäusern möglich sind. Bitte sprecht konkrete Fragen mit den Einrichtungen ab, in denen ihr Maßnahmen plant.

 

Gemäß § 4 (1) Aufenthalts-und Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum ist der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum nur mit den Angehörigen des eigenen Haushalts und mit Personen eines weiteren Haushalts, insgesamt jedoch mit höchstens fünf Personen, gestattet. Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr bleiben bei der Berechnung der Personenzahl unberücksichtigt.

 

Gemäß § 4 (2) gelten diese Personengrenzen nach Absatz 1 nicht für

begleitete Außenaktivitäten mit Kindern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, insbesondere von […] Einrichtungen der Kinder-, Jugend-und Eingliederungshilfe oder im Rahmen der zugelassenen Kinder-und Jugendarbeit […].
die Ausübung beruflicher, dienstlicher oder der Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufgaben dienender ehrenamtlicher Tätigkeiten, bei denen ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist.

 

Dokumente:

Siebte Verordnung über befristete Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 im Land Brandenburg | 8. März 2021