11.Dezember

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Was macht den Advent zum Advent?

Die Advents- und Weihnachtszeit ist die wohl stimmungsvollste Zeit im Jahr. Während draußen die Tage kürzer werden, die Temperaturen abnehmen, dekorieren wir unsere Wohnungen, backen Kekse, genießen den Kerzenschein mit lauschiger Musik, stellen uns einen Adventskranz ins Wohnzimmer, trinken Glühwein und machen es uns in den eigenen vier Wänden so richtig gemütlich. Viele Menschen haben dabei ihre festen Rituale. Vor allem die Kinder freuen sich auf diese Zeit, an deren Ende dann das große Geschenkeauspacken wartet. Für mich als Kind war es eine wundervolle Zeit und so manche liebgewordene Tradition habe ich selber in meine Familie übernommen.

 

Als ich für einige Jahre im Ausland lebte, nämlich im südamerikanischen Peru, wurde es schwierig mit den liebgewordenen Gewohnheiten. Bei 28 Grad sommerlicher Hitze, in T-Shirt und Boxer Short unter einem künstlichen Weihnachtsbaum, mit Kerzen, die sich vor Hitze bogen, war das alles andere als gemütliche Adventsstimmung. Irgendetwas schien nicht zu stimmen. Was macht eigentlich den Advent zu Advent und Weihnachten zu Weihnachten? Sind es die liebgewordenen Gewohnheiten, die die Zeit zum größten Fest des Jahres werden lassen?

 

Nun muss man kein Lateiner zu sein, um zu wissen, dass das Wort „Advent“ vom lateinischen „adventus“ kommt und mit „Ankunft“ übersetzt wird. Wir Christen erwarten die Ankunft Jesu und verbinden damit drei Aspekte:

  1. Wir feiern an Weihnachten seinen Geburtstag. Wir denken daran, dass Jesus auf die Welt gekommen und Gott Mensch geworden ist. Der verrückte Gott, der vom Himmel auf die Erde gerückt ist. 
  2. Wir feiern und gedenken, dass Jesus eines Tages wiederkommen wird. Wir glauben, dass Jesus lebt und wir mit ihm ewiges Leben haben.
  3. Wir besinnen uns in der Adventszeit und fragen uns, ob Jesus auch bei uns im Herzen ankommen darf. Ob wir ihm vertrauen und Glauben schenken, dass er Gottes Sohn ist.

Es geht also in der Advents- und Weihnachtszeit um Jesus. Es geht darum, unsere Herzen vorzubereiten und sich die Frage zu stellen: Wer ist Jesus für mich? Glaubst du, dass Jesus der Heiland der Welt ist? Der Heiland, der dein Leben heil machen, der es erneuern und der dir Vergebung zusprechen kann. Jesus, der das Licht der Welt ist und Frieden in dein Herz und für die Welt bringt, zumindest da wo man ihn hineinlässt. An Weihnachten geht es um Zeitenwende und einen Paradigmenwechsel. „Wenn also jemand mit Christus verbunden ist, ist er eine neue Schöpfung: Was er früher war, ist vergangen: Sieh doch, etwas Neues ist entstanden!“, heißt es in einem Vers aus der Bibel.

 

Am Ende spielt es keine Rolle, ob ich in Boxershorts am Strand oder bei Lebkuchen und Kerzenschein Advent feiere. Es kommt darauf an MIT Jesus zu feiern und ihn in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist sein Geburtstag, und er das Geburtstagskind. Was wirst du Jesus mitbringen und schenken? Eine Frage, die du dir vielleicht während der Adventszeit beim Anzünden der Kerzen immer wieder stellen darfst.

 

Gerd Bethke

Leitender Referent CVJM Berlin

 

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