3.Dezember

© ksenia Makagovona/Unsplash

Freue dich an dem, was du hast

„Sie müssen mir aus der Hosentasche gefallen sein“, mutmaßt Ricardo*. Er habe beim Rumrennen oder Fußballspielen zwei Euro verloren, erzählt der Junge traurig. Ricardo kommt erst seit kurzer Zeit zu uns in unser Mobiles Kinder- und Jugendzentrum, den Blauen Bus. Eigentlich ist er auch eher der Typ Einzelgänger. „Wollen wir gemeinsam suchen?“, frage ich ihn. Dass wir die Münze auf dem riesigen Parkgelände finden, ist wohl eher unwahrscheinlich, denke ich im Stillen. Eine echte Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

 

Auf der Rasenfläche, auf der die Jungs Fußball gespielt haben, werde ich tatsächlich fündig: „Oh, hier liegt etwas!“, rufe ich. Aber leider sind es nur 20 Cent und nicht die erhofften zwei Euro. Ricardo scheint das kaum zu stören. „Und was kann ich mir damit im Bus kaufen?“, strahlt er mich an.

 

Wir suchen weiter. Wieder blitzt etwas im Gras: erneut 20 Cent. Ricardo freut sich noch mehr und erklärt mir fröhlich: „Das ist doch besser als gar nichts, diese 40 Cent. Da kann ich mir schon was von kaufen!“

 

„Wie schön, dass er nicht dem verlorenen Geld nachtrauert, sondern sich an dem freuen kann, was er hat“, denke ich mir. Ich finde, da können wir Erwachsenen viel von ihm lernen. Und es ist ein wunderbarer Anstoß für mich, dass wir immer wieder fröhlich auf das im Alltag schauen, was wir haben und nicht lange Vergangenem oder Verlorenem nachtrauern.

 

Damaris Schröder

Jugendreferentin im CVJM Oderbruch

*Name von der Redaktion geändert

 

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