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Robert Parr verlässt den CVJM Oderbruch

© Marcel Schröder

Als Jugendpfarrer gestaltete Robert Parr die Arbeit mit jungen Menschen in mehreren Kirchenkreisen und war Geistlicher Leiter des CVJM Oderbruch, in dem er auch seine Frau Christina kennenlernte. 

 

Auf zu neuen Wegen – Unter diesem Motto hat der CVJM Oderbruch im Juli seinen  geistlichen Leiter, Robert Parr, gemeinsam mit seiner Frau Christina verabschiedet. Fast zehn Jahre begleiteten, formten und prägten Robert und Christina Parr Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsenen im Oderbruch. Im Garten der Kirche Friedersdorf versammelten sich über 100 Menschen, um bei sommerlichen Wetter den Segnungsgottesdienst zu feiern. Marcel Schröder aus dem CVJM Oderbruch schreibt über diesen Tag.

 

Für sie, aber auch für uns ist es ein Abschied mit Perspektive. Sich voneinander zu verabschieden hat immer positive, aber auch traurige Momente. Verabschieden heißt „Lebewohl“ zu sagen und mit einem lachenden sowie tränenden Auge zurückzuschauen, aber auch nach vorn zu schauen. Wahrlich, „Auf Wiedersehen“ zu sagen, ist traurig. Dennoch kamen zur Verabschiedung unserer Familie Parr mehr als 100 Menschen, die sie ins Herz schlossen, sowie sie uns in ihr Herz hereingelassen haben.

 

Jesus verabschiedete sich auch am Kreuz dieser Welt. Die Frauen der Jünger weinten und konnten den Tod Jesu Christi nicht begreifen. Wer anerkennt, dass es immer einen Abschied aus diesem Leben geben wird, der kann Abschied auch gestalten. So sagte Jesus Christus zu seinen Jüngern, als er nach seinem vor ihnen auf dem Berg in Galiläa erschien, dass sie in die Welt gehen sollen, um Menschen zu taufen sowie den Namen des Vaters, des Sohnes sowie des Heiligen Geistes weiterzutragen. Dabei versprach er jeden Einzelnen von uns: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

 

Jesus gestaltete seinen Abschied mit drei Perspektiven für uns. „Mir ist gegeben alle Gewalt“, sodass wir Jesus Vertrauen können. „Gehet hin in alle Welt“, dass wir mit einem sinnvollen Auftrag weitergehen und weiterleben können und „Ich bin bei Euch alle Tage“. Das gibt uns für unser Leben und Nachleben reichlich Zuversicht. „Das versprach uns Jesus. Jesus ist jede Sekunde unseres Lebens an unserer Seite“, erklärte unser Gesamtleiter Ingo Schaper.

 

Auf zu neuen Wegen 

Mit diesen drei Perspektiven haben Robert und Chrissi in Storkow, in dem Robert als neue Aufgabe ein Pfarramt bekleidet. Aber auch wir als CVJM haben diese drei Perspektiven: Denn im CVJM Oderbruch wird nicht alles so bleiben, wie es ist. Gesamtleiter Ingo Schaper sprach weiter: „Es geht aber zuletzt auch nicht nur um uns: Denn da draußen sind Menschen, für die wir da sein wollen, in Storkow und in den Städten und Dörfern im Oderbruch! Deshalb: Auf zu neuen Wegen!“

 

Neue Wege eröffnen Chancen und ermöglichen es, zu wachsen und über seinen Tellerrand hinauszuschauen, neue Erfahrungen zu machen sowie neue Herausforderungen anzunehmen. Auf zu neuen Wegen heißt für uns nicht, dass unsere Familie Parr von der Bildfläche, unseren Gedanken und Erinnerungen verschwindet; es heißt, dass wir miteinander im Gespräch bleiben und die Wege und Technologien nutzen, um gemeinsam weiter vorangehen. Robert wird als Pfarrer in die Pfarrgemeinde Storkower Land einen Neuanfang wagen und dort neue Perspektiven einnehmen und wird auf Gott vertrauen.  Davon spricht auch der Psalm 139: "Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege."

 

Ein paar Zeilen

Wir sind mit den Parrs sowie sie mit unserem Verein eng verbunden. Unser Erster Vorsitzender Carsten Schulz berichtet, dass in einer Vorstandssitzung beide Personen Thema waren Auf eine Frage hin antworteten beide: „Ich kann mir vorstellen, länger im Oderbruch sesshaft zu werden!“ Das Versprechen hielten sie ein, wofür wir ihnen sehr dankbar sind. Mit vielen guten Engeln aus Baden-Württemberg kam auch Christina „Chrissi“ Parr am 27. Oktober 2010 zu uns. Sie hat sogar zwei soziale Abschlüsse erworben. Bevor sie jedoch bei uns anfing, war sie ein Jahr in Südafrika unterwegs. Mit allen theoretischen Kenntnissen im Kopf fing sie als Jugendreferentin im Jugendhaus Wriezen und dem Blauen Bus an, begleitete Kinder bei Abenteuerland und gab Gitarrenunterricht. „Die Theorie hatte ich im Kopf, aber im Oderbruch lernte ich schnell mit Fragen umzugehen, ob das Umarmen oder Rückenkraulen von Kindern erlaubt sei.“ Mit ihrer herzlichen Art fing sie die Herzen der Kinder ein. Mittlerweile hat Chrissi in jedem unserer Bereiche gearbeitet. Zwischenzeitlich war sie kommissarische Bereichleiterin der mobilen Jugendarbeit und Bereichsleiterin des Jugendhauses Seelow. Nachdem sie in die Nachwuchsförderung mit Elias und Lucas ging, war sie auch in der Familienarbeit ehrenamtlich aktiv.  

 

Robert kam von Berlin mitten ins Oderbruch in die Pfarrgemeinde Golzow um sein Vikariat zu absolvieren und lernte dabei auch den CVJM kennen. Als Jugendpfarrer gestaltete Robert die Arbeit im Kirchenkreis und als Leiter und später Geistlicher Leiter die Geschicke des Vereins. Keiner kennt unseren Verein und unsere Kooperationspartner so gut wie er. „Als ich im CVJM anfing zu arbeiten, wunderte ich mich, wieso mein Bund so viele Schlüssel besitzt. Ich dächte zuerst, ich sei der Hausmeister. Doch ich merkte schnell, dass die Schlüssel viel Verantwortung bedeuteten“, erzählte Robert. Tendenziell arbeitete Robert immer ein wenig mehr für den CVJM als für den Kirchenkreis. Dennoch begleitete er Konfirmandenarbeit, Konfifahrten, Sommerfreizeiten, Junge Gemeinden, Kirchentage in Frankfurt und Berlin, das Christival in Karlsruhe sowie den Segnungsdienst an den Johanniterschulen in Wriezen. 2015 heirateten Chrissi und Robert und wurden ein offizielles „Parr“. Da erhielten sie ein besonderes Geschenk: einen mit Fäden gespannten Umriss des Oderbruchs auf einer Holzplatte. Mit dem Oderbruch bringt Chrissi nicht nur mehr Bäume als Menschen in Verbindung, sondern sie sagte auch: „Die Menschen im Oderbruch sind uns so sehr ans Herz gewachsen. Wir können sie ja leider nicht mit nach Storkow nehmen. Das wäre mein Wunsch, um sie alle bei uns zu behalten.“

 

Wir danken den Parrs
Unsere Freundinnen vom Inner Wheel Distrikt 86 werden die Parrs und ihre herzliche Art vermissen und wünschen sich, sie wiederzusehen. Bürgermeister Jörg Schröder (Seelow) und Wriezener Bürgermeister Karsten Ilm können es kaum glauben, dass die Parrs wegziehen. Sie prägten den CVJM und die Jugendarbeit vor Ort und arbeiteten stets mit Behörden und Akteuren partnerschaftlich zusammen. Schröder verstand erst gar nicht wieso sie gehen, sie seien doch erst nach Seelow gezogen. Doch es vergingen bereits 10 Jahre.

 

Der Friedemann-Hanke, 1. Beigeordneter des Landkreis Märkisch-Oderland sei glücklich mit dem CVJM als christlichen und verlässlichen Partner in der Region. Robert prägte die Zeit und die Gespräche. „Manche Sachen hätten wir uns anders vorstellen können. Doch die gemeinsamen  Gespräche im Jugendhilfeausschuss waren immer konstruktiv." Diese werde er vermissen.

 

Liebe Chrissi, lieber Robert,
lieber Elias und lieber Lucas, 

als CVJM Oderbruch e. V. wünschen wir euch einen erfolgreichen, segnungsreichen Start in der Gemeinde Storkower Land. Eure Samen, die ihr sät, werden auch dort Früchte tragen. Wir werden euch vermissen und freuen uns auf ein Wiedersehen.